Familienbesuch (Toronto, Niagara, Algonquin) & Laufabenteuer
Wie schon bereits angekündigt, kommt hier der Blogeintrag über den Familienbesuch, den wir Anfang Oktober bekommen haben. Auch wenn wir in der Zeit weiter gearbeitet haben, gab es doch genug Zeit für die ein oder andere Unternehmung:
Zunächst haben wir erneut Toronto unsicher gemacht. Es war zwar nicht ganz so warm, wie bei unserem ersten Besuch, aber trotzdem haben wir bei Sonnenschein eine schöne Zeit vor Ort verbringen können. Beim Spaziergang durch die Stadt vernahmen wir auf einmal auf Höhe des Parlamentsgebäudes von Ontario im Queenspark schottische Dudelsackmusik. Nachdem wir auch die entsprechenden Musiker ausfindig gemacht hatten – es sah so aus als ob eine größere Aktion bevor stand – , hat es einen Moment gedauert, bis wir rausgefunden hatten, was anstehen sollte: Es handelte sich um eine Veranstaltung zu Ehren der gefallenen Feuerwehrleute des vergangenen Jahres. Dafür fand ein kleiner Umzug mit anschließender Kundgebung statt, den wir uns kurz angeschaut haben. Mit dabei war sogar die amtierende Vizegouverneurin von Ontario. Anschließend ging es für uns dann weiter durch die Stadt. Vom Frühjahr bis zum Herbst findet einmal im Monat der sogenannte „Pedestrian Sunday“ im Stadtteil „Kensington Market“ statt. Das bedeutet, dass ein paar Häuserblöcke für Autos gesperrt sind und die Straßen mit Kunst, Essensständen, Musik und vor allem Menschen gefüllt sind. Da herrschte wirklich eine tolle Stimmung und die Bands, die an den verschiedensten Ecken aufgetreten sind, waren super und haben ziemlich viele Menschen angezogen.
Da natürlich ein Blick auf die Skyline bei einem Toronto-Besuch dazu gehört, sind wir wieder mit der Fähre auf die vorgelagerte Insel rausgefahren, sind dort ein wenig spazieren gegangen und haben den Sonnenuntergang bestaunt.
Als nächstes stand ein Besuch im Algonquin Park an. Das ist ein riesiges Gebiet, in dem man wunderbar Wandern, Kanu-fahren, Angeln und Campen kann. Obwohl der Park etwa 4 Autostunden von Hamilton entfernt war, haben wir uns aufgemacht, um den „Indian Summer“ – den bunten Farbwechsel der Ahornbäume – in seiner vollen Pracht zu erleben. Eine Kanutour vor Ort wäre bestimmt auch sehr schön gewesen. Da es aber ziemlich kalt war (4 Grad) und wir durch die lange Anfahrt nicht so viel Zeit vor Ort hatten, haben wir uns für einen 11 km langen Wanderrundweg entschieden. Und das hat sich gelohnt! Der doch etwas anspruchsvolle Weg führt mitten durch Wälder, vorbei an kleinen Seen und dann natürlich entlang von umwerfenden Aussichtspunkten. Da es ein Freitag war (am Wochenende wird es voller) und es relativ kalt war (zwischendurch hat es auch kurz gehagelt), waren auch nicht zu viele Menschen auf dem Weg unterwegs. In der Hochsaison kann es schonmal sein, dass man ein paar km weit weg vom Wanderweg parken muss, weil so viele Menschen unterwegs sind. Nach einer schönen Wanderung und einer tollen Autofahrt durch den Park (links und rechts waren die ganze Zeit gelbe, orange und rote Bäume zu sehen), ging es dann wieder nach Hamilton. Leider haben wir bis auf den Straßenschildern keine Elche sehen können. Das muss dann wohl beim nächsten Nationalparkbesuch nachgeholt werden 😊
In den übrigen Tagen wurde noch ein wenig die Gegend um Hamilton erkundet (der ein oder andere Wasserfall). Natürlich durfte ein Besuch zu den Niagarafällen nicht fehlen, wenn man schon bei uns hier auf der Ecke ist. Also ging es am letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein und ca. 24 Grad auf zu den gigantischen Wasserfällen. Da Feiertag (Thanksgiving) war, war es schon etwas voller als das letzte Mal, aber trotzdem noch in Ordnung. Wir waren bis jetzt ja nur auf der kanadischen Seite der Wasserfälle und daher hatten wir diesmal alle unsere Pässe mitgenommen, um auch einmal auf die US-amerikanische Seite zu gehen. Wir sind also über die „Rainbow Bridge“ gelaufen und standen vor der amerikanischen Passkontrolle. Da wir aber dann dafür hätten bezahlen müssen, ins Land zu dürfen, haben wir das dann doch nicht gemacht (von der kanadischen Seite kann man sowieso alles besser sehen und wir wollten eigentlich nur einen Fuß auf amerikanischen Boden setzten :D). Aber der Blick von der Brücke und das Gefühl gerade irgendwie zwischen Kanada und den USA zu sein war es dann aber doch wert. Bei der „Einreise“ in Kanada mussten Julian und ich unsere Uni-Papiere zeigen (gut, dass wir die dabei hatten) und das hat zunächst so lange gedauert, dass uns kurz ein wenig mulmig geworden ist. Aber sie haben uns dann doch wieder reingelassen und wir konnten uns aufmachen, die Niagarafälle vom Boot aus zu bestaunen.
Wir haben uns extra die Menschen angeschaut, die vom Boot wieder runterkamen, um zu sehen, wie nass man dort wird. Man bekommt zwar ein Regencape, aber das geht ja auch nur bis zu den Knien. Eigentlich sahen alle relativ trocken aus und wir bestiegen nichtsahnend das Schiff. Als wir uns dem größeren der zwei Wasserfälle näherten, war uns sofort klar, warum das Regencape ein essentielles Accessoire war: es war ZIEMLICH nass. Wenn man oben auf dem Deck stand, waren Hose und Schuhe nach der Tour nass. Nichtsdestotrotz war das eine coole Erfahrung und ein toller Blickwinkel (auch wenn man direkt am Wasserfall durch den ganzen „Regen“ nix gesehen hat und außerdem war es ja warm und unsere Sachen waren nach einiger Zeit auch wieder trocken. Den Tagesabschluss haben wir dann auf einem Aussichtsturm verbracht, wo wir den Sonnenuntergang und später das Farbenspiel der beleuchteten Wasserfälle bewundern konnten. Das war wirklich ein perfekter Abschluss eines schönen Besuchs. Und diesmal war der Rückweg trotz etwas Stau nicht ganz so lang wie vom Nationalpark 😉
Ansonsten gibt es von uns auch nicht viel Neues zu berichten: Wir sind weiter am Recherchieren und Arbeiten und überlegen, was man der freien Zeit noch unternehmen kann. Wir versuchen natürlich weiterhin fleißig für den Halbmarathon am 4. November zu trainieren, damit wir da auch ins Ziel kommen 😊 Letztes Wochenende sind wir eine sehr schöne Strecke entlang alter Bahngleise und tatsächlich auch ein wenig in der Natur gelaufen (die ist hier innerhalb der Stadt doch etwas seltener zu sehen) und auf dem Rückweg sind wir mit wundervollem Blick über die Stadt dem Sonnenuntergang entgegen gelaufen.
Letzte Woche sind wir außerdem das erste Mal bei einer zweiten Laufgruppe mitgelaufen, den „Lower City Runners“. Wie der Name schon sagt, läuft die Gruppe hauptsächlich innerhalb der Stadt (praktischer Weise ist der Start nur 5 Laufminuten von uns entfernt) und auch nur kurze 6 km. Der Clou ist, dass das Ziel jedes Mal eine andere Bar in der Stadt ist und alle sich mit einem kühlen Bier noch in netter Runde zusammensetzen. Das erste Mal war schon ganz nett und wir werden das bestimmt wieder ausprobieren. Passenderweise wurde dort auch angekündigt, dass sie vergünstigte Tickets für ein Footballspiel nächstes Wochenende hier in Hamilton zur Verfügung stellen. Da haben wir sofort zugeschlagen und werden nächsten Samstag die Tigercats anfeuern gehen.













































































Ein Gedanke zu „Familienbesuch (Toronto, Niagara, Algonquin) & Laufabenteuer“
Liebe Anne und lieber Julian, danke für die schönen Bilder, Videos und den Bericht. Es ist , als wenn wir dabei waren :-).
Liebe Grüße und eine gute Zeit für euch
Kerstin