Forschung, Supercrawl, Toronto & Sport
Wir sind inzwischen schon 5 Wochen in Kanada und ein neuer Blog-Eintrag ist mehr als überfällig. Aber wie das immer so ist, macht man hier und da was, von Arbeiten über Sport bis hin zu Ausflügen, sodass man das Schreiben irgendwie immer aufschiebt. Das hat jetzt ein Ende, hier ein Eindruck unserer letzten Wochen 🙂
Arbeiten/Forschen:
In unserer zweiten Woche hier in Hamilton sollte es ja eigentlich mit der Arbeit losgehen. Wir haben uns also mit unserem Betreuer (einem Arzt im Fachbereich Allergie/Immunologie) in seinem Büro getroffen und es stellte sich relativ schnell heraus, dass unsere Arbeit hier im Wesentlich aus eigenständigem Recherchieren und dem Verfassen eines Papers für ein wissenschaftliches Journal bestehen würde. Da es hier leider auch kein richtiges Forschungsteam gibt mit eigenen Räumlichkeiten, sondern alle Ärzte sind, die hauptsächlich im Krankenhaus arbeiten, haben wir auch nur die Möglichkeit von zu Hause oder von der (Uni-)Bibliothek aus zu arbeiten. Erfreulicherweise ist unser Betreuer aber sehr nett und hilfsbereit. Etwas unglücklich war, dass er während unserer ersten zwei Arbeitswochen quasi die gesamte Zeit auf Kongressen in Kanada und Europa unterwegs war, sodass es in der Zeit schwierig war sich dem konkreten Thema zu nähern und eher ein Allgemeines Recherchieren stattfand. Seitdem er wieder da ist, treffen wir uns ca. alle 2 bis 3 Tage mit ihm und kommen ein wenig voran. Da das Thema aber nicht ganz einfach ist und sich auch je nach dem, was man so liest, sich auch ändert, ist das schon eine Herausforderung. Dazu kommt, dass wir wie gesagt leider keinen Kontakt zu Mitarbeitern hier vor Ort haben und für uns alleine arbeiten und dadurch natürlich das erhoffte tägliche Englisch-Sprechen auf der Arbeit sich auf die Treffen mit unserem Betreuer beschränkt. Inzwischen haben wir uns aber in unsere neue Situation besser „einfinden“ können und nutzen jede Chance Englisch zu sprechen 🙂
Zusätzlich zur Bearbeitung unseres Themas können wir auch an den sogenannten „Rounds“ im Bereich Immunologie teilnehmen. Dabei handelt es sich um meist einmal die Woche stattfindende einstündige Mittagsbesprechungen, in denen entweder Ergebnisse von Kongressen berichtet werden oder bestimmte Erkrankungen besprochen werden. Diese Veranstaltungen richten sich vor allem an die Mitarbeiter und Ärzte und bietet einen kleinen Einblick in den Klinikalltag (wir dürfen hier leider keine Patienten sehen). Bis jetzt konnten wir nur einmal an den Rounds teilnehmen, aber wir werden das in Zukunft noch häufiger tun und das ein oder andere Lehrreiche mitnehmen.
Sport
Da wir wie gesagt auf der Arbeit leider eher weniger Kontakt zu Kanadiern haben, haben wir uns nach Sportgruppen umgeschaut, wo wir ein wenig interagieren können. Dabei sind wir auf eine Laufgruppe in Hamilton gestoßen, der wir uns auch direkt angeschlossen haben. Jeder der will kann einfach kommen und mitlaufen. 2-3 mal die Woche wird sich getroffen und von einem kleinen Laufladen Richtung Ontario-See losgelaufen. Jeder kann dabei in dem Tempo und so weit laufen, wie er möchte. Wir haben uns meist ein paar Läufern angeschlossen und sind immer so um die 9 km gelaufen. (Da wir uns zum Hamilton Halb-Marathon am 4.11. angemeldet haben, müssen wir die Strecke aber bald mal verlängern). Das ist wirklich eine sehr nette Truppe, die sich gefühlt auch jedes Mal vergrößert, wenn wir da sind. Zu Beginn lag der Altersdurchschnitt doch deutlich über unseren jungen 28 Jahren. Aber alle sind sich durchweg außerordentlich freundlich, interessiert und vor allem sportlich. Einer der Läufer macht jetzt am Samstag beim Ironman Hawaii mit – und das mit 75 Jahren!!! Vor einer guten Woche haben wir dann auch an unserem ersten kanadischen Laufevent hier in Hamilton teilgenommen. Es war ein 10 km Spendenlauf, um Aufmerksamkeit auf Selbstmordprävention zu lenken. Ein sehr schöner Lauf, bei bestem Wetter und einem wichtigen Hintergrund.
Zusätzlich hatten wir uns auch noch für das Uni-Fitnessstudio angemeldet, bisher aber keine Zeit dies auszuprobieren. Evtl. wird das heute nachgeholt.
Veranstaltungen/Ausflüge
Jeden zweiten Freitag im Monat gibt es hier in Hamilton den „James Street North Art Crawl“, an dem die Galerien und Läden in dieser Straße länger aufhaben und evtl. Bands spielen etc. Einmal im Jahr findet der sogenannte „Supercrawl“ statt, bei dem das ganze ein Wochenende lang ist und viel viel größer. Dieses Jahr war auch noch 10-jähriges Jubiläum und die Straße und angrenzende Nebenstraßen waren großräumig abgesperrt und mit Bühnen, Foodtrucks, Kunstprojekten und unzähligen Ständen bestückt. Das war wirklich eine leckere, kuriose und musikalisch angenehme Veranstaltung.
Nachdem wir schon ein Highlight (Niagarafälle) in unserer näheren Umgebung unsicher gemacht hatten, haben wir uns auch nochmal nach Toronto aufgemacht (und das an gleich zwei Wochenenden hintereinander), um die Stadt zu erkunden. Wir fahren mit dem Bus (zu dem wir 5 Minuten laufen) nur eine Stunde bis an die Union Station (Hauptbahnhof), die zentral in Toronto liegt. Schon bei der Einfahrt in die Stadt, ist man fasziniert von den gigantischen und zahlreichen Wolkenkratzer – ob als Wohnhäuser oder als Bürogebäude im Finanzdistrikt. Das ist schon eine andere Hausnummer als das, was man aus Europa kennt.
Zunächst haben wir uns die Stadt von oben aus dem CN Tower angeschaut – der zweithöchste freistehende Turm der Welt. Dann sind wir ein wenig durch die Stadt gelaufen und haben immer wieder den Kontrast zwischen alt und neu bestaunt, der an vielen Ecken zu Tage tritt. Um die Skyline von Toronto in ihrer ganzen Pracht zu bewundern, sind wir mit der Fähre auf die vorgelagerte Insel gefahren. Da das Wetter sehr schön war, haben wir uns einfach mit einem kühlen Hopfengetränk hingesetzt und den Wandel von Tag zur Nacht beobachte, bevor wieder aufs Festland zurück gefahren sind. Eine Woche später hat es uns gleich wieder in die Großstadt (übrigens die größte Stadt Kanadas) verschlagen, da wir uns ein Baseball Spiel anschauen wollten und dies das letzte Wochenende der Saison war. Baseball ist bei Weitem nicht die spannendste Sportart, aber da die Tickets nicht teuer waren und wir noch diverse Fanartikel (Cap, Trinkflasche, Handschuhe) abstauben konnten, war es trotzdem ein cooles Erlebnis. Natürlich haben wir den Rest des Tages genutzt, um die Stadt weiter zu erkunden. Neben dem St. Lawrence Market (einer großen Markthalle) waren wir im Distillerey District, einem Komplex aus alten Fabrikgebäuden mit netten Restaurants, Läden, Brauereien und einer Schnaps-Brennerei. Im Winter findet auf dem Gelände wohl auch ein Weihnachtsmarkt statt. Dann waren wir noch in der „Graffiti Avenue“, in der die Häuserwände mit teilweise atemberaubenden Graffitis übersehen sind. Das sah schon klasse aus! Nach einem sehr leckeren schicken Dinner ging es dann wieder mit Bus nach Hause – und zwar direkt vor die Haustür. Das ist immerhin der Vorteil, wenn man direkt an so einer großen Straße wohnt 😉
Das war es erstmal soweit von uns hier aus Kanada. In den letzten Tagen hatten wir Besuch von meiner Familie und haben natürlich auch noch den einen oder anderen Ausflug unternommen. Aber da der Blog Eintrag hier schon lang genug ist, gibt es mehr dazu im nächsten Eintrag 😉
Wir hoffen, euch allen geht es gut und wir senden euch allerliebste Grüße aus dem heute sehr warmen (26 Grad) Hamilton!























































